Wir blicken zurück auf die Leipziger Buchmesse, die in diesem Jahr „inoffiziell“ bereits am Montag, 24. März mit der Lesung unserer Autorin Magdaléna Platzová aus ihrem Buch Leben nach Kafka eröffnet wurde. Es ist schon eine kleine Tradition seit dem Gastlandauftritt Tschechiens auf der Buchmesse im Jahr 2019, am Montagabend vor dem eigentlichen Messebeginn einen tschechischen Gast im Literaturhaus Leipzig zu präsentieren. Dementsprechend war auch das Publikum schon darauf eingestellt und es fanden sich 120 Literaturbegeisterte im Literaturcafé am Gerichtsweg ein.
Moderator Tino Dallmann vom MDR gelang es durch kluge Auswahl der Textstellen, die Anwesenden in die komplexe Geschichte rund um die Briefe Franz Kafkas an Felice Bauer einzuführen. Die Autorin erzählte einiges zur Entstehungsgeschichte des Romans, die sich über viele Jahre hinzog. So hatte Platzová gar nicht an ein Buch gedacht, als sie aus persönlichem Interesse während eines längeren USA-Aufenthaltes anfing, sich auf die Spuren von Kafkas „ewiger Verlobter“ zu begeben. Die hochspannenden Details und fast schon philosophischen Gedanken zur Arbeitsweise nahmen Zeit in Anspruch, sodass die Dolmetscherin Nelly Nitra einiges zu leisten hatte, was ihr aber sehr gut gelang. Wie schon in früheren Jahren verlieh die Leipziger Schauspielerin Steffi Böttger dem Text in ihrer Interpretation eine besondere Note.
Auch das Publikum nutzte seine Chance, noch Fragen an die Autorin zu stellen. Hätte die Beziehung von Franz Kafka und Felice Bauer überhaupt eine Chance gehabt? Magdaléna Platzová meint: Ja! Die lebensfrohe und moderne „Karrierefrau“ Felice hätte mit dem introvertierten und feingeistigen Künstler Franz durchaus harmonieren können, wenn nicht beide in den Konventionen ihrer Epoche gefangen gewesen wären. Sie waren vielleicht einfach ihrer Zeit voraus!?
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