Alena Wagnerová

Alena Wagnerová, geboren 1936 in Brno/Brünn (ČSR), wo sie an der Masaryk-Universität Biologie, Pädagogik und Theaterwissenschaften studierte. In den 60er Jahren begann sie, Beiträge zu kulturpolitischen Themen für tschechische Zeitschriften und den Rundfunk zu verfassen.

Nach der Heirat mit dem deutschen Buchhändler Karlheinz Köhler zog sie 1969 nach Saarbrücken. Auch dort setzte sie ihre publizistische Tätigkeit fort, nun in deutscher Sprache. Veröffentlichungen in tschechischen Medien waren damals nicht mehr möglich. Dafür brachte sie ihre tschechische Perspektive in den bundesrepublikanischen Diskurs ein und schrieb Sachbücher zu Themen der Familienpolitik aber auch literarische Texte.

Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs eröffneten sich auch für Alena Wagnerová neue Möglichkeiten: Sie konnte sich nun frei zwischen Prag und Saarbrücken bewegen, in beiden Sprachen publizieren (u.a. NZZ, FAZ, Listy, Tvar) und sie nutzte die Erfahrungen ihrer tschechisch-deutschen Biografie, um zwischen Ost und West zu vermitteln. Als „Oral-Historikerin“ setzte sie sich systematisch mit der Kultur Mitteleuropas und den nach 1945 belasteten deutsch-tschechischen Beziehungen auseinander.

Für diese „Brückenbauer-Tätigkeit“ wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem deutsch-tschechischen Journalistenpreis „Milena Jesenská“, zuletzt 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland und dem saarländischen Gustav-Regler-Preis 2026.

Alena Wagnerová ist unter anderem auch als Biografin von Milena Jesenská und Sidonie Nádherny bekannt und darüber hinaus eine auszeichnete Kafka-Expertin.

Im BALAENA Verlag bisher erschienenes Buch von Alena Wagnerová